
Protagonistas
by Cecilia Paladines
Internationale Theaterkunst in Saarbrücken
Theater reist. Geschichten auch. Sie überqueren Sprachen, Länder und Lebenswelten und verändern sich mit jedem Ort, an dem sie erzählt werden.
Mit PROTAGONISTAS kommen Künstler:innen und Ensembles mit ihren Arbeiten nach Saarbrücken und bringen etwas von den Orten mit, aus denen ihr Theater entstanden ist: Erinnerungen und Konflikte, Humor und Widersprüche, politische Wirklichkeiten, persönliche Geschichten und ganz unterschiedliche Arten, daraus Bühne zu machen.
Hinter vielen dieser Gastspiele stehen Begegnungen, die lange vor ihrer Ankunft in Saarbrücken begonnen haben. Eine wichtige Rolle spielt dabei Los Mutantes e.V.: Durch Gastspiele, Festivals, gemeinsame Projekte und persönliche Begegnungen sind über die Jahre Verbindungen zu Theatergruppen und Künstler:innen in verschiedenen Ländern entstanden. Los Mutantes waren selbst zu Gast bei Partner:innen – etwa in Manizales – und heißen nun Künstler:innen aus diesen gewachsenen Kontakten in Saarbrücken willkommen. Aus Reisen werden Gegenbesuche, aus Begegnungen Kooperationen und aus einzelnen Kontakten ein internationales Netzwerk.
PROTAGONISTAS gibt diesen Verbindungen im Theater im Viertel einen gemeinsamen Rahmen. Die Reihe wird von Cecilia Paladines / Los Paladines kuratiert und in Zusammenarbeit mit dem Theater im Viertel sowie Los Mutantes e.V. realisiert.
Die Produktionen werden in ihrer jeweiligen Bühnensprache gezeigt; spanischsprachige Arbeiten werden durch deutsche Übertitel auch einem nicht spanischsprachigen Publikum zugänglich gemacht.
Kuratorische Leitung: Cecilia Paladines · Los Paladines
Veranstaltungsort & Kooperation: Theater im Viertel, Saarbrücken
Kooperationspartner & Gastgeber: Los Mutantes e.V.
TICKETS Theater im Viertel https://dastiv.de/spielplan/
Die Produktionen werden in spanischer Sprache gespielt und mit deutschen Übertiteln zugänglich gemacht.
Du bist selbst Theatermacher, Performer oder Teil einer Compagnie und möchtest deine Produktion nach Saarbrücken bringen? Dann melde dich bei uns.

CRISÁLIDA (Kokon)
Aus Manizales, Kolumbien, kommt CRISÁLIDA nach Saarbrücken.
Crisálida – Kokon, die schützende Hülle vor der Verwandlung – wird zum Bild für einen Theaterabend über das Erwachsenwerden, familiäre Gewalt und die Suche nach einer eigenen Identität.
Zwischen Vorhängen, schwebenden Erinnerungen und geometrischen Käfigen entstehen Bilder einer Welt, in der Veränderung ebenso schmerzhaft wie notwendig sein kann.
Eine Produktion von Studierenden des Departamento de Artes Escénicas der Universidad de Caldas, unter der Regie von Julián Gregorio Gaviria Zuluaga.
15 & 16. 09.2026 · 19:30 Uhr
https://dastiv.de/2026-09-15_crisalida/

LA TIGRESA
(Die Tigerin)
Juanba Ybañez von der Compañía del Sur bringt Dario Fos wilde, absurde und zutiefst menschliche Erzählung auf die Bühne.
Ein verwundeter Soldat wird während des Krieges von seinen Gefährten zurückgelassen und findet Zuflucht ausgerechnet in der Höhle einer Tigermutter. Was folgt, ist eine ungewöhnliche Geschichte über Überleben, Fürsorge und die Absurdität menschlichen Handelns.
Mit großer körperlicher Präsenz, direkter Erzählkunst und anarchischem Humor verwandelt Juanba Ybañez den Monolog in ein Theatererlebnis, das zwischen Groteske und Zärtlichkeit pendelt.
Compañía del Sur · Juanba Ybañez
27.09.2026 · 17:00 Uhr
https://dastiv.de/2026-09-27_la-tigresa-2/

REVUELTO DE GENTUZA
(Ein Haufen Gesindel)
Was wäre, wenn man all die Bosheit dieser Welt für einen Abend an einem einzigen Ort versammeln könnte?
Die Teatro En Obras tut genau das – und lädt das Publikum ein, ihr direkt ins Gesicht zu lachen.
Theater, Tanz, Clown und Puppenspiel treffen auf schwarzen Humor, Absurdität und eine gehörige Portion Unverschämtheit. Es entstehen groteske Porträts menschlicher Abgründe – und irgendwann ist auch das Publikum nicht mehr nur Zuschauer.
Ein wilder, respektloser Abend über die weniger vorzeigbaren Seiten unserer Gesellschaft. Und vielleicht auch über unsere eigenen.
Teatro En Obras
13 & 14. 10.2026 . 19:30
https://dastiv.de/2026-10-13_revuelto-de-gentuza/

CALÍGULA. EL JUGUETE DE UN LOCO
(Caligula – Spielball eines Wahnsinnigen)
Ein junger Caligula, ungeduldig zu regieren, befiehlt die Beschleunigung des Todes von Tiberius, seinem Vorgänger. Als er Caesar wird, wird er von einer Mehrheit gefeiert, die ihn verehrt. Feige und waghalsig zugleich, braucht seine Unreife die Beratung von drei Figuren, von denen er emotional und strategisch abhängt: einerseits seine beiden bevorzugten Frauen: seine Schwester und Geliebte Drusilla und seine ehemalige Geliebte Caesonia; und andererseits Incitatus, sein Pferd. Keine Handlung wird ohne den Rat eines der drei unternommen, keine Kleidung wird angezogen, kein Weg wird begonnen, ohne von einem von ihnen vorgeschlagen worden zu sein. Nach und nach wird er Gefallen an der Macht finden, aber seine Wutanfälle, die zügellose Verschwendung und seine wachsende Gottlosigkeit werden seine Popularität mindern.
Auch das Publikum bleibt dabei nicht einfach außen vor: Der Bühnenraum verändert sich, Plätze verschieben sich, Nähe und Distanz werden immer wieder neu ausgehandelt. Denn an diesem Abend gilt: Niemand hat seinen Platz sicher.
16.11.2026 · 19:30 Uhr
https://dastiv.de/2026-11-16_caligula_el-juguete-de-un-loco/

LABERINTO (Labyrinth)
Fünf Geschichten. Drei Autor:innen. Und Figuren, die sich zwischen Begehren, Täuschung, Projektionen und eigenen Entscheidungen immer tiefer in ihre persönlichen Labyrinthe hineinbewegen.
Mit Texten von Hugo Salcedo, Marina Wainer und Alejo Olivero schaffen Los Mutantes einen Theaterabend, in dem unterschiedliche Stimmen und theatrale Welten aufeinandertreffen.
Ein Mosaik menschlicher Beziehungen, in dem Menschen andere täuschen, selbst getäuscht werden und irgendwann feststellen müssen, dass die schwierigste Frage vielleicht nicht lautet, wie man aus einem Labyrinth herauskommt – sondern ob man überhaupt hinauswill.
Los Mutantes · Saarbrücken
19. & 20.11.2026 · 19:30 Uhr
https://dastiv.de/2026-11-19_los-mutantes-laberinto/

Ciervo inútil o la naturaleza desmedida
(Stupid deer or nature unbound)
Ein Hirsch, der 2022 in den Gärten der Präsidentenresidenz Paraguays einen Soldaten tötet, wird für zwei lateinamerikanische Künstler in Berlin zum Ausgangspunkt einer politischen Fabel. Was zunächst wie ein skurriler Polizeifall wirkt, verwandelt sich in die Frage: Kann ein Tier – zufällig oder wütend – ins Herz der Macht eindringen und etwas auslösen?
David Amado und Laura Camus rekonstruieren den Vorfall mit Archiven, Bildern und Klängen. Während Deutschland über den Aufstieg der extremen Rechten diskutiert, untersuchen sie, wie sich gesellschaftliche Wut auflädt, wie Gewalt alltäglich wird und wie politische Macht Angst organisiert. Auf der Bühne lassen sie den Hirsch in verschiedenen Formen erscheinen – als Klang, Körper, Bild – und suchen nach einer Bedeutung, die über den Unfall hinausgeht.
Dabei geraten sie selbst ins Zweifeln: Was kann Kunst einer Realität entgegensetzen, die bereits wie politische Fiktion wirkt? Inspiriert von Joseph Beuys, der Situationistischen Internationale und der Idee der „Sozialen Plastik“ fragen sie, ob Kunst Handlung erzeugen kann oder ob sie Wut nur in ein ästhetisches Erlebnis verwandelt.
Ciervo inútil o la naturaleza desmedida wird so zur Erzählung über ein Tier, das vielleicht eine Revolution beginnen wollte, über zwei Künstler, die ihm zuhören, und über eine Welt, in der Natur, Gewalt und Politik kaum noch zu trennen sind.
Ein Stück im Rahmen des Theaterprojekts La Posdramática
In spanischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.
26., 27. & 28.11.2026 · 19:30 Uhr
https://dastiv.de/2026-11-26_ciervo-inutil-o-la-naturaleza-desmedida/

Theaterclub für Frauen
Donnerstagabend. Zeit für uns.
Ab dem 24. September öffnet sich mitten in Saarbrücken ein Theaterraum für Frauen, die Lust haben zu spielen, Rollen auszuprobieren, zu improvisieren und mit Emotion, Körper und Stimme Theater zu machen.
Laut oder leise. Vor der Bühne, auf der Bühne oder hinter der Bühne. Mit Theatererfahrung oder zum allerersten Mal.
Ich bin Cecilia Paladines, Theaterpädagogin und Theatermacherin aus Ecuador.
Seit vielen Jahren entwickle ich Theaterproduktionen mit Menschen, die ganz unterschiedliche Geschichten, Sprachen und Bühnenerfahrungen mitbringen. Ich begleite euch von den ersten Spielen und Figuren bis zu dem Moment, an dem aus einer Gruppe ein Ensemble und aus unseren Ideen eine eigene Theaterproduktion wird.
Und genau das haben wir vor: Wir bringen etwas Eigenes auf die Bühne.
Start: 24. September 2026
Donnerstags: 19:00–21:00 Uhr
Hauptort: Theater im Viertel:
45 € monatlich | Studierende 25 €